Journal Ausgabe 8 vom Juli 2002

Journal Ausgabe 8 vom Juli 2002

journal08

Globalisierung auch im Jugendfußball?!
Anfragen an die 1. FS, Rhein-Neckar aus aller Welt.

 Nicht ohne Stolz kann ich Ihnen mitteilen – das Internet macht´s möglich – dass der 1. F.S. Rhein-Neckar inzwischen auch in fernen Regionen der Welt hohe Aufmerksamkeit geschenkt wird. Damit herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe 2002 des Fußball-Journals der 1. F.S. Rhein-Neckar.

 Vom 3. bis 18. August dieses Jahres wird im US-amerikanischen Bundesstaat New Hampshire, unter der Leitung von Helmut Landa ein Fußballcamp der 1. Fußballschule Rhein-Neckar durchgeführt. Zwei Anfragen aus dem Sportministerium Shanghai/China, sowie einer weiteren mittels einer beauftragten Frankfurter Eventagentur komplettieren das derzeitige Interesse an der Trainingsarbeit der 1. F.S. Rhein-Neckar. Wir prüfen die Durchführbarkeit solcher Wünsche hinsichtlich deren Wirtschaftlichkeit und bezüglich unserer eigenen Kapazitäten. Gespannt sind wir schon jetzt auf die Erfahrungswerte aus Amerika. Wir werden Sie in unserer nächsten Ausgabe darüber informieren.

Die unterschiedlichen Aktivitäten der zurückliegenden Saison kann ich durchweg positiv bilanzieren. Ich möchte mich auch an dieser Stelle bei allen Beteiligten nochmals recht herzlich bedanken für die geleistete Arbeit und das gezeigte Engagement einerseits, sowie für das Vertrauen und die Verbundenheit gegenüber der 1. F.S. Rhein-Neckar andererseits. Exemplarisch in Erinnerung gerufen wird: – der Trainingstag beim VFB Gartenstadt, die Feriencamps in Weinheim und Wachenheim, das Prominentenspiel in Mechtersheim, sowie die tägliche Trainingsarbeit auf dem Fußballplatz mit insgesamt 250 Teilnehmern in der letzten Saison. Unser traditioneller Saisonabschluss mit den Gönnern und Förderern der 1. F.S. Rhein-Neckar im „Halben Mond“ in Heppenheim war ebenfalls ein gelungener Abend.

 Auch in der laufenden Saison präsentiert sich die 1. F.S. Rhein-Neckar bei unterschiedlichen Anlässen und Festivitäten. Bereits stattgefunden haben am 28.April die mit über 600 Personen hervorragend besuchte Infoveranstaltung in Feudenheim, sowie am 25.Mai der Trainingstag in Mörlenbach, an dem unser Trainer-Team über 80 Kinder und Jugendliche durch einen Technikparcours führten und das sich daran anschließende Prominentenspiel zu Gunsten der Stiftung „Bosco Sevana“ (ausführlicher Bericht im Inneren des Journals). Diese Aktion, dessen Reinerlös der Stiftung „Bosco Sevana“ zu Gute kommt, wurde von unseren Trainern sehr gerne mit getragen. Ziel dieser 1999 gegründeten Initiative ist der Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch. Fest eingeplant sind am 7.Juli ein Spiel mit unserem Trainerstab in Rheinau sowie das Feriencamp in Weinheim (29.7.- 2.8.2002), bei dem es nur noch einige wenige Plätze zu vergeben gibt. Ansonsten werden wir möglicherweise noch die eine oder andere Anfrage kurzfristig erfüllen können, worüber ich Sie bei der nächsten Ausgabe dann informieren werde.

 Meinen besonderen Dank gilt den Sponsoren unserer Fußballschule, die durch Ihre Großzügigkeit und Ihre langjährige Treue zu einer unverzichtbaren Säule der 1. F.S. Rhein-Neckar geworden sind. Deshalb berücksichtigen auch Sie, liebe Eltern, liebe Leser, unsere Werbepartner bei Ihren Einkäufen. Namentlich möchte ich meinen ganz besonderen Dank an Herrn Bonn, dem Geschäftsführer von engelhorn Sports in Mannheim, für die hervorragende und großzügige Bereitstellung der Bekleidungsausrüstung unserer letztjährigen Feriencamps in Weinheim aussprechen. Wir freuen uns auf eine weitere, langandauernde Zusammenarbeit bei der Förderung junger Fußballspieler aus der Rhein-Neckar-Region.

 Besonders erwähnen möchte ich auch Günter Schwindinger, unseren Hauptsponsor, ohne dessen wohltuendem Engagement das Leistungsangebot der 1.F.S. Rhein-Neckar in dieser Form nicht angeboten werden könnte. Lieber Günter, vielen Dank im Namen aller für deine großzügige Unterstützung.

 Abschließend möchte ich diesen Teil der Danksagung bei den Herren Marcus Lykam von der Firma erima sowie bei Wolfgang Hambrecht aus Sandhausen für die termingerechte Lieferung und der austeilfertigen Bereitstellung der Trainingsgarnituren unserer Teilnehmer. Wir wissen die Leistung und den Arbeitseinsatz zu schätzen. Vielen Dank.

 In diesem Jahr begrüßen wir wöchentlich 280 Kinder und Jugendliche verteilt auf unsere sechs Stützpunkte. Dafür sind 21 Trainer im regelmäßigen Einsatz, die sich die tägliche Trainingsarbeit in insgesamt 16 Gruppen aufteilen. Die nach Alter und Spielstärke relativ homogen zusammengefassten Gruppen werden je nach Bedarf binnendifferenziert, um den entsprechenden Übungseffekt zu gewährleisten. Seit dem 2.Mai und noch bis Ende Oktober 2002 findet regelmäßig einmal wöchentlich das Training in Sachen Technikausbildung statt. Der Standort Altlußheim kam neu hinzu und ich wünsche mir dort eine ähnlich gute und harmonische Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, wie dies in Feudenheim, Weinheim, Heidelberg-Kirchheim, Frankenthal und Wachenheim in der Vergangenheit der Fall war.

 Abschließend bedanke ich mich ganz herzlich hei den jeweiligen Autoren für ihre sehr informativen und unterhaltsamen Textbeiträge sowie bei all denjenigen, die bei der Zusammenstellung und der Gestaltung dieses Journals mitgewirkt haben.

 Viel Spaß beim Lesen,

Ihr Hans-Jürgen Boysen


Selbstbewusstsein durch das Fußballspielen
Eine zentrale Eigenschaft des Charakters

 Innere Stärke, natürliche Autorität und ein gesundes Selbstwertgefühl, wer möchte das nicht? Der Weg zu diesem Ziel ist steinig und von Selbstzweifeln und Versagensängsten begleitet. Dennoch ist es ein sehr wichtiger Weg, der von jedermann betreten und von jedermann, zumindest stückweise, zurückgelegt wird. Der Unterschied liegt im Reisekomfort (persönliche Ausstattung), der Reisegeschwindigkeit (adäquate Förderung) und der entsprechenden Positionierung auf der Fahrbahn (frühzeitige Erfolgserlebnisse), die wie zu erwarten ein recht hohes Verkehrsaufkommen aufweist.

 Dieser bewusst eingeführte Vergleich mit der uns allen bestens vertrauten Situation im Straßenverkehr ist insofern dienlich, da er uns anschaulich ins Bewusstsein ruft, wie notwendig ein fähiges und sicheres Auftreten im Alltag ist. Im Straßenverkehr wie in unserer gesellschaftlichen Berufs-, Schul- und Freizeitwelt. Die zu recht beklagte fehlende Rücksichtsnahme hier wie dort verweist ihrerseits sehr deutlich auf den frühzeitigen Erwerb einer entsprechenden Kompetenz. Das Selbstbewusstsein einer Person stellt das Fundament ihrer sozialen Kompetenz. Was Selbstbewusstsein ist, wie es entsteht, wie Mängel zustande kommen und was das alles mit Fußball zu tun hat, wird im folgenden Beitrag näher angesprochen.

 Selbstbewusstsein gilt als eine zentrale Eigenschaft des Charakters, ehe häufig über ähnliche Begriffe näher definiert wird. Selbstsicherheitoder selbstsicheres Auftreten nennt man eher die äußeren Aspekte, bezieht sich also vorrangig auf das Verhalten. Als Selbstvertrauen oder (innere) Souveränität bezeichnet man das subjektive Empfinden, das hinter dem sichtbaren Auftreten steht. Charisma oder Ausstrahlung nennt man die Wirkung des Selbstbewusstseins auf andere.

 Selbstbewusstsein heißt schließlich das Ergebnis des eigenen Nachdenkens über die eigene Selbstsicherheit und das dahinter stehende Selbstvertrauen.

 Selbstbewusstsein heißt nicht, perfekt sein und sich gekonnt inszenieren können. Es bedeutet vielmehr sich mit seinen Stärken und Schwächen so akzeptieren zu können, wie man tatsächlich ist. Weiter bedeutet es seine Stärken so einzusetzen, damit die eigenen Ziele erreicht werden können und seine Schwächen und äußere Schwierigkeiten als Herausforderungen ansehen zu können, sie als übersteigbare Hürden und nicht als Grenzen zu betrachten. Wer ein starkes Selbstbewusstsein hat, wird nur wenig von Selbstzweifeln geplagt, sondern hat eine positive Meinung von sich. Sehr pointiert klingt dies bei Marie von Ebner Eschenbach (1838-1916), einer österreichischen Erzählerin : „Der eitle, schwache Mensch sieht in jedem einen Richter, der stolze, starke hat keinen Richter als sich selbst.“

 Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, nur eine Minderheit von etwa zehn Prozent besitzt ein annähernd unerschütterliches Selbstvertrauen. Bei den meisten sind Eigenschaften, die sie an sich schätzen oder akzeptieren, mit Charakterzügen gekoppelt, die sie als ärgerliche Bürde empfinden.

 Selbstbewusstsein hat möglicherweise eine angeborene Grundlage. Manche Kinder sind von Natur aktiver in der Erkundung ihrer Umwelt als andere. Das Entscheidende ist jedoch der Erziehungsstil, den man in der frühen Kindheit erlebt. Bis zum siebten Lebensjahr ist meist entschieden, ob ein Kind später selbstbewusst oder eher schüchtern sein wird. Entscheidend dafür ist, wie Eltern und andere Erwachsene auf das Kind einwirken. Vorzugsweise mit Lob und Ermutigung oder durch Tadel und Verbote. Jeder weiß, dass Kinder um das dritte Lebensjahr eine „Trotzphase“ durchmachen. Sie beginnen sich von der totalen Abhängigkeit von der Mutter zu lösen und eigene Schritte zu wagen. Mutter und Vater sind stolz, wenn ihr kleiner Liebling die ersten Worte spricht, die ersten Schritte geht und allmählich fähig wird, selbständig aus der Tasse zu trinken und aufs Töpfchen zu gehen. Zum Kummer der Eltern bringt die sich entwickelnde Selbständigkeit der Kleinen auch unangenehme Nebenwirkungen mit sich. Die Kinder wollen unbedingt alles selber tun. Sie widersetzen sich zunehmend den Anordnungen der Eltern. Will die Mutter geradeaus gehen, reißt das Kind sich los und läuft zu der Wiese gegenüber, auf der es etwas Interessantes entdeckt hat. Öderes bleibt einfach stehen, ohne ersichtlichen Grund (für die Mutter). Manche schreien und setzen sich auf den Boden. Manchmal tun sie genau das, was die Mutter ihnen verboten hat – und zwar genau deshalb, weil es ihnen verboten wurde.

 Jetzt hängt alles davon ab. wie die Eltern auf diese Bestrebungen reagieren. Viele Erwachsene reagieren allergisch, manchmal auch hilflos, auf den wachsenden Widerstand ihrer Kinder. Tolerante Mütter und Väter trösten sich mit der Feststellung aus Erziehungsratgebern, dass die Kleinen es noch nicht besser wissenden können und die Trotzphase vorübergehen wird. Sogar die aufgeklärtesten Eltern bevorzugen „brave“ Kinder.

Dabei vergessen wir nur allzu leicht, dass Kindern, die ihren Eltern keinen Widerstand entgegensetzen, eine wichtige soziale Erfahrung fehlt. die sie im späteren Leben dringend benötigen, um sich in unserer Wettbewerbsgesellschaft durchzusetzen. Um unabhängig zu werden, um ihre eigenen Interessen herauszufinden und zu realisieren, müssen sie erst einmal lernen, sich gegen die Personen in ihrer Umgebung zu behaupten. Wenn Kinder erleben, dass Widerspruch, Streit und Geschrei mit Hausarrest, Entzug der elterlichen Gunst oder gar Schlägen bestraft werden, gewöhnen sie sich daran, den offenen Konflikt zu umgehen. Auch als Erwachsene werden sie weiter dazu neigen, Konfrontationen auszuweichen und sich im gleichen Moment zu ärgern, dass sie es nicht wie glücklichere Zeitgenossen schaffen, ihre Wünsche durchzusetzen. Wir tragen alle solche Bürden aus der eigenen Kindheit. In unserem Unterbewusstsein zeigen sich die Folgen in verschiedenen Formen:

 Als Hemmungen. Der eine traut sich nicht, fremde Menschen anzusprechen und in ein Gespräch zu verwickeln. Der andere ist zu höflich, seinem Nachbarn, der ihn zum wiederholten Male bittet, seine Blumen, Haustiere oder Kinder zu beaufsichtigen, ein klares Nein entgegenzusetzen. Kaum einer von ihnen kann sich erinnern, wie die Eltern ihn bestraften, als er sich in ihr Gespräch einmischte oder als er auf einige ihrer Forderungen mit einem trotzigen „Nein“ reagierte. Nur in unserem Ausweichen vor vergleichbaren Situationen ist ihr damaliges Verhalten noch gegenwärtig.

 Als Scheu vor dem Konfliktrisiko. Wer ist es schon gewohnt im Umgang mit anderen Menschen auf seine tatsächliche Befindlichkeit hinzuweisen? Wer sich scheut, seinen Mitmenschen offen die Meinung zu sagen, wird nie erfahren, ob sie zornig, betroffen oder gar dankbar reagieren. Er bleibt auf Vermutungen angewiesen, und er wird nie lernen, erfolgreich und fair zugleich zu kämpfen.

 Als Minderwertigkeitskomplexe. Jede Bestrafung ist ein Schlag gegen die Selbstsicherheit des Kindes. Am Anfang tritt das Kind seinen Mitmenschen mit befangener Neugier gegenüber. Es stellt viele Fragen und äußert seine Wünsche, ohne sich vorher zu überlegen, ob es ob Recht dazu hat oder nicht. Die Eltern greifen in den Erkundungsdrang der Kinder durch Beschränkungen ein: „Sei nicht so vorlaut“  – „Das tut man nicht!“ – „Störe Vati nicht“. Kinder merken an diesen Antworten, dass sie nicht voll akzeptiert werden. Sie verinnerlichen das Gefühl, unzulänglich zu sein.

 Wenn es auch möglich ist, Kindern die offene Äußerung von Widerspruch ab zu erziehen, so bleiben ihnen viele Wege, ihn indirekt zu artikulieren. Wer schon einmal beobachtet hat, wie Kinder, die sich unbeobachtet glauben, plötzliche Wutanfälle an Puppen oder Plastikautos auslassen, bekommt einen Einblick in die Abgründe, die in der kindlichen Seele lauern. Andere lernen, ihre Wünsche mit Quengelei, Schmollen und Weinerlichkeit durchzusetzen. Auch allgemeine Interesselosigkeit in der Schule oder leichte Anfälligkeit für Krankheiten trotz einer normalen Konstitution können Alarmzeichen sein.

 Trotz der frühkindlichen Prägung ist mangelndes Selbstbewusstsein kein unkorrigierbares Schicksal. Die Ängste und Konfliktvermeidungsstrategien wurden erlernt – und das bedeutet, sie können auch wieder verlernt und durch sicheres Verhalten ersetzt werden. Ein solches Selbstlernprogramm kann sehr gut im Sport stattfinden und zwar auf unterschiedlichen Ebenen und über mehrere direkte und indirekte Zugangsweisen. Einerseits natürlich über die Verbesserung der Tätigkeit selbst (dem Fußballspiel) und andererseits über entsprechende Referenz – und Kompetenzerlebnisse in dem realen sozialen Interaktionsgeschehen.

Die 1. Fußballschule Rhein-Neckar versucht auf solchen theoretischen Grundlagen ihr Trainingsprogramm aufzubauen, um ihren Beitrag für die Schaffung günstiger Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche wahrnehmen zu können. Mehr Vertrauen in sich selbst ist ein maßgeblicher Leitgedanke bei der Trainingskonzeption. Er ist Orientierungs- und Zielpunkt zugleich. Den nachhaltigen Vorteil dieser Methodik lässt sich gut am Schaubild 1 ablesen, welches als ein dynamisches Kreislaufmodell zu verstehen ist. Es repräsentiert Lernvorgänge ganz allgemein und kann deshalb auch auf andere Inhalte angewandt werden. Die Terminologie ist bewusst abstrakt gehalten, um deren Universalität zu betonen.

Der Lerner (in unserem Fall der jugendliche Fußballspieler) erlebt durch die Beschäftigung mit dem Thema einen Lernerfolg, der ihm ein positives Gefühl und Optimismus gibt („He ,das macht Spaß; das klappt ja, oder so ähnlich“). Es wird das Verlangen geweckt diese angenehme Empfindung zu wiederholen. (Erfolg verstärkt Erfolg!).

 Lernerfolge werden wahrscheinlicher und aus Lernerfolgen erwächst ein stärkeres Selbstbewusstsein Mit größerem Selbstbewusstsein kann die Zuversicht größer werden, Lernschwierigkeiten und Durststrecken besser bewältigen zu können. Denn je größer und zahlreicher die Erfolgserlebnisse sind, desto höher ist die Grenze des noch tolerierbaren Misserfolges (größere Frustrationstoleranz). Leider funktioniert diese Dynamik auch in die andere Richtung wie die 2. Abbildung zeigt.

Aufgabe der Lehrer/Trainer ist es nun positive Lernimpulse zu scharfen, wobei es ganz wesentlich ist, dass die dargebotenen Inhalte eng an dem Interesse und am Vorwissen des Lernenden anknüpfen. Anerkannte und bewährte pädagogische Vorgehensweisen sind:

 

  • Vom Bekannten zum Unbekannte

  • Vom Leichten zum Schwierigen

  • Vom Knappen zum Umfangreichen

  • Vom Einfachen zum Komplexen

  • Vom Langsamen zum Schnellen

 Auf das Timing kommt es an. Ergänzen sollte ich noch, dass Lernen kein wertneutraler und sachlicher Vorgang ist. Das menschliche Lernen spielt sich in Rahmenbedingungen ab, die anziehen oder abstoßen können. Faktoren also, die im positiven Fall das Lernen erleichtern und als Lust empfinden lassen, im negativen Fall aber das Lernen erschweren und zur Last machen können.

 Wenn es gelingt, die Rahmenbedingungen des Lernens so zu gestalten, dass möglichst oft Lust empfunden wird, dann stellt sich der Erfolg des Lernens automatisch ein. Der Lernprozess trägt sich von alleine! Aus dem Lernen – Müssen wird dann gefühlsbedingt ein Lernen – Wollen. Der einmal erreichte Erfolg vermittelt ein Lustempfinden mit einem Verlangen nach Wiederholung dieser angenehmen Empfindung. Wir kennen diesen Zustand unter dem Begriff „Erfolgserlebnis“. Ein so verstärktes Selbstbewusstsein erzeugt Motivation (= Anregung und Erhalt der Lust am Lernen). Wie können Eltern, Lehrer, Trainer oder Erwachsene ganz allgemein Kindern und Jugendlichen dabei helfen? Vereinfacht gesagt: durch Lob oder kritische Anerkennung der erbrachten Leistungen sowie durch Interesse an ihrer persönlichen Entwicklung. Es ist erstaunlich, welche Kräfte in einem Menschen teil werden, der sich von seinem Gegenüber angenommen fühlt. Lob ist ja nichts anderes als eine Art von Belohnung, die das Selbstwertgefühl hebt und als positiver Impuls in die kreisförmige Selbstverstärkung des Erfolgs einwirken kann.

 Übrigens, genau wie bei uns Erwachsenen.

 

Jürgen Kraft


Fußballcamp für amerikanische Kinder in New Hampshire
1.Fussballschule Rhein-Neckar zu Gast in den USA

 Bald ist es soweit. Am 3.August starten Kalle Bührer, Peter Schneider, Mike Schüssler, Simon Landa und Unterzeichner mit einem weiteren Betreuer mit US-Air in die Vereinigten Staaten. Über Philadelphia geht es nach Manchester im Bundesstaat New Hampshire. Am Zielflughafen übernehmen wir zwei Mietwagen und fahren weitere 100 Meilen nach Norden, zu unserem Zielort Littletown, an der Grenze zum Bundesstaat Maine, nahe der kanadischen Grenze.


Vom 05.08.-09.08.2002 werden wir dort ein Fußballcamp für amerikanische Kinder und Jugendliche abhalten. Jeweils von 09.00-12.00 Uhr werden wir mit den 8-13 jährigen Mädchen und Jungs arbeiten, von 17.00-20.00 Uhr mit den 14-18 Jährigen. In der Woche vom 12.08.-16.08 werden wir beide Fußballmannschaften der dortigen High School auf die danach beginnende Spielrunde der dortigen Schulmannschaften mit einer täglichen Trainingseinheit vorbereiten. Eine High School ist vergleichbar mit dem Gymnasium bei uns. Sport ist Pflichtfach und hat sich ein Schüler für eine Sportart entschieden, hat er jeden Tag 2 Stunden Training im Rahmen des Schulunterrichts. Vereine wie bei uns sind dort selten. Zur Verfügung stehen uns mehrere Rasenplätze. In der Vergangenheit haben etwa 80 Jugendliche, verteilt auf den Vor- und Nachmittag, an diesem Camp teilgenommen. Sie bezahlen 80 $ für diese Woche, werden von den Eltern zum Training gebracht und danach wieder abgeholt.

 Wir hoffen natürlich, dass die Zahl der Anmeldungen in diesem Jahr nicht zurückgeht, da unsere Kalkulation vor dem 11. September 2001 gemacht wurde, die Zahl der Flüge in die USA um ein Drittel gestrichen wurde, die aber dafür auch mindestens ein Drittel teurer geworden sind. Wir betreiben in diesem ersten Jahr einen relativ hohen Aufwand an Trainern, wohl wissend, dass wir aus den benachbarten Orten neugierig aber auch kritisch beobachtet werden. Ich bin aber sicher, dass wir mit unserer Methodik und unseren Trainingsinhalten überzeugen und hoffe, dass sich dieses Projekt in den nächsten Jahren ausweiten wird.

 Zur Gegend: New Hampshire ist einer der Neuenglandstaaten. Von der Landschaft vergleichbar mit dem Schwarzwald, nur im Sommer viel heißer (trocken) und im Winter viel kälter. Im Sommer (Mai-September) pendelt das Thermometer zwischen 30° und 40° Celsius, im Winter (November-April) zwischen -10° und -25° Celsius. Schnee ohne Ende. Viele Seen und saubere, z.T. gestaute Flüsse laden zum Baden ein. Zahlreiche Möglichkeiten zum Skifahren und Snowboarden. Die Fußballsaison im Freien endet dort zwangsläufig im Oktober. Stellt man sich die Fläche Baden-Württembergs vor mit 800.000 Einwohnern, erhält man eine Vorstellung von der Bevölkerungsdichte. Der Leitsatz des Bundesstaates ist auf jedem Fahrzeugkennzeichen ablesbar: „Live free or die“ („Frei leben oder sterben“).

 Dieser für uns etwas martialisch klingende Satz ist leichter verständlich, wenn man sich einmal die Historie betrachtet. Viele der Einwohner der Neuenglandstaaten sind – wie der Name schon sagt – aus England und anderen nordeuropäischen Ländern eingewandert. Auswanderer, die in ihrer alten Heimat Knechte und Leibeigene waren, wollten dadurch ihre neue Freiheit bekunden. Städtenamen wie Manchester und Berlin sind dort gang und gäbe.

 Die Einwohner heute sind offen und gastfreundlich. Kein Haus ist verschlossen. Man erwartet, dass ein Besuch das Haus betritt und dort wartet oder zumindest in der Küche eine Nachricht hinterlässt. Für mich in den ersten Tagen zumindest ungewohnt. Im Winter werden die Autos wegen der herrschenden Kälte mit laufendem Motor (Umweltschützer weghören!) unverschlossen auf dem Parkplatz des Einkaufscenters abgestellt, auch wenn der Einkauf 1 Stunde dauert. Manch einer wird sich fragen, wie kommt die 1. Fußballschule Rhein-Neckar nach Littletown in New Hampshire. Ganz einfach. Das Schuljahr 2000/01 besuchte mein Sohn die High School in Littletown anstelle der 11. Klasse Gymnasium in Deutschland. Dass es ihn gerade dorthin verschlug war reiner Zufall. Mit den Gasteltern, Familie Weber, die selbst 3 fußballspielende Kinder haben, hatte er das große Los gezogen. Der Vater, eigentlich selbstständig als Zahnarzt arbeitend, trainiert nebenher noch die Fußballmannschaft der High School.

 Bei meinem ersten Besuch im Dezember 2000 kam ich mit Bernd Weber, der aus Köln stammt und mit 14 Jahren ausgewandert ist, natürlich auch über Fußballtraining ins Gespräch und erwähnte in diesem Zusammenhang unsere Fußballschule mit deren Methodik und deren Trainingsinhalte. Nun kamen wir auf die Camps zu sprechen, die dort in den Ferien in jeder kleineren Stadt abgehalten werden und da man mit der Arbeit der bisherigen Trainer, die aus England kamen, nicht mehr so zufrieden war, wurde die Idee geboren, es mal mit Trainern der 1. Fußballschule Rhein-Neckar auszuprobieren. Nach meiner Rückkehr habe ich mit H.-J. Boysen über dieses Projekt gesprochen und er zeigte sich angetan.

 Mein 2. Besuch dort im Juli 2001 diente dann schon der Vorbereitung des Camps. Danach fanden regelmäßige Treffen der USA-Fahrer statt. Fachliteratur in englischer Sprache wurde organisiert (Danke Mike!), Fachausdrücke (Doppelpass,  Seitfallstoss usw.) wurden übersetzt, niedergeschrieben, kopiert und verteilt. Die Flugreisen, Mietautos und Motels wurden gebucht. Jetzt kann´s losgehen ! Simon und Kalle fliegen direkt nach den 2 Wochen von Manchester über Pittsburgh nach Hause. Mike klinkt sich nach der ersten Woche Camp aus und besucht seine Eltern bei Boston. Ihn treffen wir am 23.08. in Pittsburgh zum gemeinsamen Rückflug wieder, nachdem Peter S., der Betreuer und Dolmetscher Heiko Rösch und Unterzeichner noch 5 Tage in New York verbracht haben. Über den Ablauf des Camps wird im nächsten Journal der 1. Fußballschule Rhein-Neckar berichtet.

 

Euer
Helmut Landa


Auch Herbstcamp 2001 mit großem Zuspruch
70 Teilnehmer bevölkerten den Stützpunkt Wachenheim

 Nach dem wir in vergangenen Sommerferien schon einige Fußballcamps in Seefeld und Weinheim durchgeführt hatten, wagten wir uns erstmals, in den rheinland-pfälzischen Herbstferien, an ein 2-tages Camp. Unerwartet groß war der Zuspruch. Mit 40-50 Teilnehmern hallen wir gerechnet. 70 Jugendliche (!) waren es letztendlich, die von morgens 9 Uhr bis nachmittags 17 Uhr mit großem Ehrgeiz, auf dem Sportgelände an unserem Stützpunkt in Wachenheim durch unseren, fast komplett anwesenden Trainerstab trainiert wurden.

 Großen Anklang fand neben dem abwechslungsreichen Training das Fußballturnier sowie ein Torwandschießen an dem sich alle 70 Campteilnehmer beteiligten. Ein Höhepunkt war sicher die Verleihung der Teilnehmerurkunden sowie Ehrung der Bestplatzierten des Torwandschießens am Ende des Camps. Günter Schwindinger ließ es sich nicht nehmen die Urkunden zu verteilen, sowie die Bestplatzierten des Torwandschießens zu ehren. Die Sieger waren:


1. Andreas Altvater
2. Federico Cicoria
3. Patrick Ostermanii

 Im Anschluss an das Camp standen sich, in einem Vorspiel, eine Auswahl E-Jugendlicher der Fußballschule und Spielern der TUS Wachenheim und Umgebung gegenüber. Die Wachenheimer Auswahl siegte nach großem Spiel mit 4:3. Anschließend spielte unsere Trainerauswahl gegen die 1. Mannschaft von TUS Wachenheim. Die Wachenheimer legten sich mächtig ins Zeug und siegten mit 5:2 gegen unser Team. Die medizinische Betreuung bei diesem Spiel und beim Camp, wie schon so oft, lag in den Händen unseres Physiotherapeuten Peter Langohr.

 Das besonders gute Verhältnis zum TUS Wachenheim wurde dadurch dokumentiert, das es sich selbst der Jugendleiter Franz Klement nicht nehmen ließ, uns das gesamte Camp über zu unterstützen. Dabei sei auch die Mithilfe von Herrn Engisch erwähnt. Für die hervorragende Verköstigung möchte ich mich auf diesem Wege nochmals bei der Familie Schramm – den ehemaligen Wirtsleuten der Vereinsgaststätte – sowie hei Frau Klement bedanken.

 Mein besonderer Dank gilt dem Team von der Deutschen Vermögensberatung – Direktion Schwindinger. Was Beate, Günter und Vanessa Schwindinger, sowie Frau Schneider im Vorfeld und auf dem Sportgelände geleistet haben, verdient Hochachtung. Bedanken möchte ich mich hier auch bei der Firma Haleko / Hamburg, vertreten durch Herrn Wollgang Lutz, für die Produkte von Champ.

 

Gerold Renzland


Kulturhalle in MA-Feudenheim wieder voll besetzt
Einblick in das Konzept der 1. Fußballschule Rhein-Neckar

 Auch in diesem Jahr herrschte in der Kulturhalle in Mannheim-Feudenheim großer Andrang beim 8. Infotag der 1. Fußballschule Rhein-Neckar. Etwa 600 Besucher bildeten die Kulisse bei der 8. Veranstaltung dieser Art.

 Eltern und Kinder erhielten wieder einen umfassenden Einblick in die Trainingstätigkeiten der 1. Fußballschule Rhein-Neckar. Dank der Bemühungen von Jürgen Kraft, gelang die Präsentation besonders gut, denn mit Hilfe eines „Beamers“ konnten die Referenten auch optisch besser informieren.

Alle Interessierten erhielten so einen Vorgeschmack auf die neue Saison, der neben Trainern und Betreuern wieder viele Kinder entgegenfieberten.

 

Hans-Jürgen Boysen


Fredi Bobic war nicht zu bremsen und traf vier Mal ins Schwarze
Boysen und Co. ließen Erinnerungen an die großen Zeiten des SV Mörlenbach wach werden / „Promi-Elf“ gewann mit 7:2

 Mörlenhach (MB) Beim Prominenten-Fußballspiel im Rahmen der Benefizaktion zugunsten der Aktion „Boseo Sevana“ wurden Erinnerungen an die großen Zeiten des SV Mörlenbach wach. Angetreten waren das Team der 1. Fußhallschule Rhein-Neckar und eine „Promi-Elf“. Und in beiden fanden sich Spieler, die großen Anteil an den Erfolgen des SVM in der Vergangenheit hatten.

 Da stand beispielsweise in der Mannschaft der Fußball-Schule ein Hans-Jürgen Boysen, der die Mörlenbacher als Spielertrainer und Trainer von der Bezirksoberliga in die Oberliga Hessen geführt hatte. Wie damals spielte Boysen wieder auf der Libero-Position und zeigte einige seiner gefürchteten Vorstöße. Im Sturm wirbelte Lutz Hofmann, ehemals gefeierter Torjäger der Weschnitztäler: Quirlig und noch immer sehr schnell, auch wenn es ihm mittlerweile – wie er später eingestand – an der Luft fehlt. Daneben spielte im Team der Fußball-Schule unter anderem Jürgen Groh, früher Nationalspieler, der mit dem Hamburger SV Deutscher Meister wurde und den Europapokal der Landesmeister, die heutige Champions League, gewann. Klar, dass einer wie er das Fußballspielen niemals verlernt und er zeigte einige Kostproben seines immer noch überragenden Könnens.

 Auf der Gegenseite fanden sich auch einige Spieler aus der großen Zeit des SV Mörlenbach: Uwe Stauch und Tobias Heer beispielsweise, die mittlerweile bei Eintracht Wald-Michelbach spielen und dort vor wenigen Tagen den Aufstieg in die Oberliga Hessen feiern konnten. Und noch einer war dabei aus der Zeit von damals: Dimitrios Tsionanis, ehemals beim SV Waldhof in der Bundesliga unter Vertrag, der mit seinen Defensivkünsten immer ein Garant für eine sichere Verteidigung war – wie in der Bundesliga, so auch später beim SV Mörlenbach. Unumstrittener Star des „Promi-Teams“ und auf dem Spielfeld überhaupt, war jedoch ein anderer: Fredi Bobic, ehemals in der Bundesliga auf Torejagd für den VFB Stuttgart und später für Borussia Dortmund. Mittlerweile hat es den charismatischen Stürmerstar auf die „Insel“ verschlagen, wo er bei den Bolton Wanderers in der Premiere League spielt.

 500 Zuschauer verfolgten die Aktionen auf dem Rasen des Weschnitztalstadions und konnten am Ende neun Treffer bejubeln: Das „Promi-Team“ siegte mit 7:2 – das Ergebnis war bei so viel Fußhall-Prominenz eigentlich nur Nebensache. Übrigens: Fredi Bobic hat das Tore schießen nicht verlernt und steuerte vier Treffer zum Sieg seiner Mannschaft bei, einer schöner als der andere – es war eine Augenweide, den Ex-Nationalspieler live zu erleben. Für das kurioseste Tor sorgte dagegen ein anderer: Jürgen Rollmann, Torhüter der „Promi-Elf“ und früher in Diensten des SV Werder Bremen, unterlief ein Eigentor, und das auch noch mit einem Kopfball – Piplica ließ grüßen. Bemerkenswert: In der „Promi-Elf“ spielten Herwig Heitzer, Musiker der Band „Reflex“, die später im Bürgerhaus auftrat, sowie Kaplan Jochen Reidegeld, der die Organisation „Bosco Sevana“ ins Leben gerufen und damit einen Stein ins Rollen gebracht hatte.

 Fußball-Schule: Alexander Hirsch – Rüdiger Stotz, Sascha Amend, Peter Schneider, Hans-Jürgen Boysen, Jürgen Groh, Andreas Brünnle, Karl-Heinz Bührer, Günther Schwindinger. Stefan Groß, Lutz Hofmann, Gerold Renzland, Bernd Großmann.

 Promi-Elf: Jürgen Rollmann – Dimitrios Tsionanis, Pando Tsionanis, Uwe Stauch, Alfred Schön, Herwig Heitzer, Tobias Heer, Heinrich Zimmer, Fredi Bobic, Michael Hartford. Alexander Blessin, Jürgen Zedner, Jürgen Schwab.


Das Fussball-Torwart-Buch – der 1. Fußballschule Rhein-Neckar

Nicht ganz Alltägliches um den Mann im Kasten (von Markus 0. Gaupp)

 

….. der Spieler mit der Nummer „Eins“:
der wichtigste Spieler auf dem Platz.

 

Tore, Tore, Tore…
Tore zu schießen macht Spaß – Jedem! Tore zu verhindern macht mehr Spaß – Wenigen! Tore zu verhindern und Bälle zu halten macht am meisten Spaß – den Verrückten!

 

Verrückten?
…ja, ja, der Torwart und der Linksaußen, die haben ’ne Macke ! Der eine kickt mit dem falschen Fuß, der andere muss den Ball sogar in die Hände nehmen, weil er sonst ja nicht mal mitkicken dürfte!

 

Aber hört Euch mal die Bundesliga-Trainer an, von wegen: „Linksfüßler gesucht“ oder so. Und irgendwie, so ganz ohne Tonwart macht die Sache schließlich ja auch keinen Spaß. Wer hat nicht schon einmal einem Goalie zugeschaut? Im Training beispielsweise. Attribut: verrückt, weil unkaputtbar:
Verrückt, …sich immer und immer wieder auf den meist harten Boden zu werfen. Verrückt, …immer wieder aufzustehen. Verrückt …sich immer und immer wieder aus nächster Nähe abschießen zu lassen: Kopf, Gesicht, Brust, Bauch, Unterleib, egal, Hauptsache: KEIN TOR !

 

Verrückt, …freiwillig immer wieder Zusatztraining, vor oder nach dem Mannschaftstraining zu machen. Verrückt, …sich auch nach schlimmsten Fehlern und noch schlimmeren Beschimpfungen doch immer wieder aufs Neue in die Kiste zustellen.

 

VERRÜCKT, ODER ???
Verrückt oder notwendig ?

Der Torwart ist im besten aller Wortsinne ein Handwerker. Ein absoluter Spezialist. Ein Spezialist, der auch ein Allrounder sein muss, sein will. Er muss gleichzeitig absolut cool, und doch vollkommen konzentriert sein. Er ist total locker, obwohl er bis zum Zerreißen angespannt ist, körperlich und geistig.

 

Trotz aller notwendigen Aggressivität ist er die personifizierte Ruhe. Er hat Verantwortung. Für sich und die Mannschaft. Er übernimmt Verantwortung. Das alles ist verrückt, weil:

 

Handwerker sind verrückt.
Spezialisten sind verrückt.
Allrounder sind verrückt.
Wer cool ist, ist verrückt.

 

Kann sich jemand besonders gut konzentrieren – ist er verrückt. Locker zu sein. bedeutet verrückt zu sein. Körperlich und geistig angespannt zu sein ist. Wie jeder weiß, absolut verrückt. Notwendige Aggressivität sowieso. Ruhe zu bewahren, verrückt. Verantwortung haben, verrückt. Verantwortung zu übernehmen, noch verrückter. Gegensätze zu Vereinen ist ganz und gar verrückt. Bei einem Torwart aber absolut notwendig. …absolut notwendig, weil: …weil.

 

Nur er hält die Bälle fest.
Nur er hält die Punkte fest.
Nur er hält die Prämie fest.
Nur er hält die Prämie fest.
Nur er hält die Punkte fest.
Nur er hält die Bälle fest.

 

ER IST DER WICHTIGSTE MANN AUF DEM PLATZ

 

und der soll „verrückt“ sein ?? Verrückt sein oder Verantwortungsbewusst sein? Jeder Keeper, der sich seiner besonderen Verantwortung: der Mannschaft, dem Trainer, dem Verein, den Zuschauern, und nicht zuletzt sich selbst gegenüber bewusst ist, weiß, dass er mehr trainieren muss als die „anderen“.

 

Er ist im übrigen der einzige Spieler, der – wenn auch meist unbewusst – ständig alle seine positionsspezifischen Techniken immer wieder trainiert. Soll heißen: Fangen, Fausten, Abklatschen, Ablenken, Fallen, Abrollen, Springen, Abtauchen, Engmachen, Abblocken, Abschlag, Abstoß, Abwurf, Position finden, Position halten, Dirigieren, Organisieren, Ballan- und -mitnahme. Befreiungsschlag, Zuspiel, dies und vieles mehr trainiert ein Torwart immer. ODER?

 

Klar, Feldspieler trainieren auch. Aber selten so spezifisch wie ein Torwart. Oder haben wir tatsächlich in jedem Training das gesamte Spektrum der „Feldspieler-Techniken“?

 

Wenn ein Torwart „seine“ Techniken nur unzulänglich beherrscht, so wird seine Mannschaft nur selten als Sieger den Platz verlassen dürfen. Dessen ist sich jeder Keeper „instinktiv“ bewusst. Und genauso „instinktiv“ haut er sich im Training rein. Besonders nach verlorenen Spielen oder nach groben Patzern.

 

Und genau hier zeigt sich das Verantwortungsbewusstsein der Keeper. Es ist nicht allein die Furcht den Platz im Tor bei weiteren Fehlern räumen zu müssen. Nein, jeder Keeper weiß, dass seine Fehler ein Spiel nicht entscheiden dürfen. Und um genau das zu vermeiden „langt er im Training hin“ – wie ein Verrückter. Aber wie macht er das eigentlich, und wie macht er es richtig:? WAS ist eigentlich RICHTIG? (egal, Hauptsache gewonnen !)

 

Training ist Spiel

 

Im Spiel bekommt der Torwart 20 Minuten lang pausenlos aus 20-25 Metern Entfernung auf die Hütte geknallt. Ohne Gegenspieler – richtig.
Im Spiel kommen immer mehr als zehn Schüsse direkt hintereinander auf das Tor – richtig.
Im Spiel muss der Torwart ständig und vor allem bis zur absoluten Erschöpfung von einer Ecke in die andere fliegen – richtig.
Im Spiel muss ein Torwart mindestens fünf Hürden überspringen, um einen langen Flankenball abzufangen, überspringt er sechs oder mehr Hürden, so kann er anschließend einen zielgenauen Abwurf anbringen – richtig.

 

BLÖDSINN, ..aber warum wird dann so trainiert ?! Weil schon immer so trainiert worden ist. …basta. Basta?
Wie werden in der 1. Fußballschule Rhein – Neckar eigentlich die Torhüter trainiert?
Neugierige und Interessierte sind jederzeit herzlich zum Zuschauen eingeladen:

 

Montags ab 14:30 in Weinheim
Dienstags ab 14:30 in HD-Kirchheim
Mittwochs ab 15:00 in Frankenthal
Donnerstags ab 14:00 in MA- Feudenheim
Freitags ab 14:00 in Mannheim


Alle Jahre wieder! Der VfB Gartenstadt begrüßt die 1. Fußballschule Rhein-Neckar
Sommerfest des VfB Gartenstadt wieder mit Trainingseinheiten der Fußballschule

 Wie bereits in den beiden letzten Jahren kommt die 1. Fußballschule Rhein-Neckar, mit Hans-Jürgen Boysen an der Spitze, wieder zu unserem Sommerfest beim VfB Gartenstadt in den Erich-Schäfer-Sportpark. Am 20. Juli (ab 15 Uhr) trainieren 8 Fußball-Experten zwei Stunden mit den Jugendspielern des VfB. Wie gewohnt wird dabei ausschließlich Wert auf die technischen Fertigkeiten der 6- bis 14-Jährigen gelegt.

 Diese „Kooperation“ wirkte sich selbstverständlich auch auf die Bereitschaft der Gartenstädter Jugendspieler zur Teilnahme an den offiziellen FS-Trainingseinheiten aus. Mehrere VfB-Recken zeigen ihr Können bei Boysen & Co in der Feudenheimer Filiale.

 Für den Vorstand des VfB Gartenstadt kann das natürlich nur recht sein. Technische und spielerische Bereiche werden durch das Zusatztraining unserer Kinder intensiviert. Wir sind überzeugt, dass sich auch die Vereinserfolge in Zukunft erhöhen werden. Außerdem hoffen wir, an diesem Tag den früheren Geschäftsführer und Mitbegründer der Fußballschule, Markus Hettinger, am Anemonenweg begrüßen zu dürfen. Ein Wiedersehen macht bestimmt allen Beteiligten große Freude. Abgerundet wird dieser Tag mit einem Auftritt der Mannheimer Rock´n´Roll-Band „Just for fun“, bei dem sich sicher auch die FS-Trainer amüsieren werden.

 Uwe Kress (2. Vorstand/Leiter Öffentlichkeitsarbeit)


Fußballsprüche

 Kommentator Marcel Reif (beim Länderspiel Deutschland-Ghana):

„Die Spieler von Ghana erkennen Sie an den gelben Stutzen.“

 

Gerd Rubenbauer wieder in Hochform:
„Einen so harten Ellenbogen hat der in ganz Kolumbien noch nicht erlebt. Aber genaugenommen war es das Knie.“

 

Max Merkel:
„Eine Straßenbahn hat mehr Anhänger als Uerdingen.“

 

Andi Brehme nach dem Lauterer 0:2 in Wolfsburg:
„Es war die Chancenauswertung, die wir nicht verwertet haben.“

 

Marco Reich:
„Früher war ich ein großer Fan von Mönchengladbach. Doch da hatte ich noch keine Ahnung vom Fußball.“

 

Steffen Freund:
„Es war ein wunderschöner Augenblick, als der Bundestrainer sagte: ´Komm Steffen, zieh deine Sachen aus, jetzt geht’s los.´“

 

Rolf Rüssmann spricht es aus:
„Wenn wir hier nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt.“

 

Und was sagt Andy Brehme dazu?
„Ich sag nur drei Worte: Danke Fans!“

 

Weisheiten von Loddar, Lothar Matthäus:
„Ich hab gleich gemerkt, das ist ein Druckschmerz, wenn man drauf drückt.“

 

Berti Vogts:
„Ich glaube, dass der Tabellenerste jederzeit den Spitzenreiter schlagen kann.“
„Die Breite an der Spitze ist dichter geworden.“

 

Richard Rögler:
„Bei der Fußball-WM habe ich mir Österreich gegen Kamerun angeschaut. Warum? Auf der einen Seite Exoten, fremde Kultur, wilde Riten – und auf der anderen Seite Kamerun“.

 

Gerry Francis:
„Was ich in der Halbzeit erzählt habe, darf man nicht im Radio drucken.“

 

Super (-Brain) Mario Basler:
„Ich lerne nicht extra französisch für Spieler, wo diese Sprache nicht mächtig sind.“

 

Aus dem internationalen Fußball
Francesco Totti: (auf die Frage, was er von dem Motto „Carpe diem“ halte)
„Was soll der Scheiß, ich kann kein Englisch.“

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Confirm that you are not a bot - select a man with raised hand: